Was ist dran an alternativen Autoantrieben? Politikers Traumland!
von Christian Bartsch mit freundlicher Genehmigung; erschienen im PS AUTOMOBILREPORT Ausgabe47/2008
Am 6. und 7. November veranstaltete der VDI zusammen mit VW seine Tagung „Innovative Fahrzeugantriebe“ in Dresden. Diesmal ging es um Hybride, die Wasserstoff- Brennstoffzelle sowie das Elektroauto. Und was kam dabei heraus?
Als der Slogan „Teller statt Tank“ die Blütenträume der Politiker von biobasierten Kraftstoffen vom Tisch wischte, hatten sie schnell zwei andere Alternativen zur Hand, nämlich die Wasserstoff- Brennstoffzelle sowie – natürlich! – das Elektroauto. Zudem hatte die deutsche Automobilindustrie – wieder natürlich! – den Hybridantrieb verschlafen und erst Toyota musste die uralte Idee wieder ans Tageslicht fördern.
Zurück in der Realität
In Dresden brachten die Referenten all die schönen Ideen einer leuchtenden, emissionsfreien Autozukunft wieder in die Realität zurück. Daß der Hybridantrieb, die Kombination eines Verbrennungsmotors mit einem Elektroantrieb im großstädtischen Verkehr und auf kurzen Strecken flüssigen Kraftstoff sparen und gegen elektrischen eintauschen kann, setzen wir als bekannt voraus. Allerdings hat das seinen Preis, der sich zwar bei großen und teuren Autos einigermaßen unterbringen lässt, kaum aber bei preiswerten kleinen. Dabei ist der Einspareffekt relativ bescheiden, wenn man nicht tief in die Trickkiste greifen will. Auf Langstrecke dagegen ist es der unverzichtbare (!) Verbrennungsmotor, der das Verbrauchsverhalten bestimmt.
Die Vorträge in Dresden zeigten, was man alles machen könnte, um den elektrischen Teil ins Auto zu integrieren. Inzwischen stellte Mercedes seinen ersten, „milden“ Hybrid im S 400 vor, der im kommenden Frühjahr angeboten werden soll. Trotz Beschränkung auf ein Minimum an Zusatzteilen und eine kleine Lithium- Ionenbatterie, die elektrisches Fahren nicht erlaubt, beträgt das Mehrgewicht 75 Kilogramm. Dennoch ist die Absenkung des Verbrauchs im NEFZ auf 7,9 l/100 km für einen 3,5 Liter V6 Ottomotor beachtlich und stellt den Ingenieuren ein hervorragendes Zeugnis aus.
Oberstes Gebot: Sparsamkeit
Aber wie senkt man den Verbrauch noch weiter? – Darauf antwortete VW mit dem „Twindrive“- Golf, der von einem kleinen Forschungsdiesel von 75 kW (102 PS) aus 1,5 Liter Hubraum angetrieben wird, drei Elektromotoren besitzt und eine Li- Io- Batterie von 300 Volt, mit einem Energieinhalt von 12 Kilowattstunden, einer Leistung von 60 Kilowatt – und einem Gewicht von etwa 150 Kilogramm. Auf einer Fahrt von Wolfsburg nach Braunschweig verbrauchte das Auto – umgerechnet auf 100 km – 16 Kilowattstunden Strom und 0,55 Liter Dieselkraftstoff. Auf Langstrecken vorwiegend auf der Autobahn haben die Ingenieure einen Kraftstoffverbrauch von 4,5 bis 5 l/100 km gemessen. Hier kann der Elektroantrieb nur beim Beschleunigen, am Berg oder beim Bremsen aktiv werden. Ein konventionelles Getriebe hat das Auto nicht mehr, da die elektrischen Antriebe den „Schaltbereich“ abdecken. [mehr...]





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