Der Tanz um den goldenen Wal
Ein Kommentar von Wolfgang Flamme
I confess to being a pirate. Since 1979, we have sunk nine outlaw whaling ships and have rammed numerous illegal drift netters and tuna boats.
(…)
It may be argued that our actions are undemocratic (though many of the nations that are signatory to treaties are non-democratic). I feel that our actions are democratic in the extreme, because we represent a far greater constituency. We act on behalf of all other species and on behalf of thousands of unborn human generations. Our great democracies represent only a small planetary minority-people-and only of this generation, and generally excluding children, and, of course, excluding the millions of other species that also are entitled to rights on this planet.Paul Watson, “SeaShepherd”
hat mich angeregt, aus M.Horx Buch Anleitung zum Zukunftsoptimismus zu zitieren:
Jede Kultur hat ihre heiligen Tiere, in Indien sind die Kühe heilige, in Ökologistan heißen die heiligen Kühe der See eben Wale (der aktuelle Trend geht allerdings mehr in Richtung Knut und Sippschaft).
Horx schreibt dazu treffend: “Was in frühromantischer Zeit das Pferd war – Inbild der Schönheit und des Animalismus – ist heute der Wal. Ein magisches Emblem für Gaia, die Erdgöttin, das sogar singen kann.”
Wenn man zurückblickt, stellt man fest, dass Wale früher ein äußerst wichtiger wirtschaftlicher Faktor waren und bis hinauf über den Polarkreis ganze Populationen ernährt haben. Zu beginn der industriellen Revolution waren sie eine erneuerbare Energiequelle für Tran, Ambra und Öl, somit dienten sie neben der Nahrungsversorgung vor allem der Versorgung mit industriellen Fetten und Lampenöl.
Interessanterweise wurden die Wale aber nicht durch Greenpeace gerettet, sondern durch die Entdeckung des Erdöls! Ja, liebe Ökologisten: nicht ihr habt mit eurem Piratenmut die Wale “gerettet”, sondern euer Todfeind die Erdölindustrie, denn bereits seit 1920 ist der Walfang stark rückläufig. In den letzten 30 Jahren haben sich die meisten Walpopulationen kräftig erholt (mit zwei Ausnahmen: dem Buckelwal und dem Finnwal).
Überdies haben sich inzwischen Zwergwale nach Einschätzung von Meeresökologen zu einer “Meeresplage” erholt. Trotzdem erhebt sich jedes Jahr das Geschrei der Regenbogenpiraten, wenn Japan und Norwegen gerade mal 1300 Wale fangen. Über die Millionen Kühe, die allein in Deutschland letztes Jahr geschlachtet werden, regt sich in Indien (wo das Tier bekanntlich heilig ist), niemand auf. Und kein in Deutschland lebender Inder käme auf die Idee, Ställe, Schlachthöfe oder Fleischerläden mit terroristischen Aktionen zu sabotieren, oder vor Kaufhäusern und in Fußgängerzonen Passanten zur Finanzierung solcher Aktionen anzubetteln…
Ich möchte mit einem Zitat schließen:
“Wale sind Ikonen der Naturreligion, der sich weite Teile Europas verschrieben haben. Und wie in allen Religionen bilden sich früher oder später Dogmen, gegen die zu argumentieren schwere Ketzerei bedeutet.”(M.Horx)






