24.2.2008

Der Tanz um den goldenen Wal

» Umweltschutz, Zitate, Ökologismus » Autor: ghw — Drucken

Ein Kommentar von Wolfgang Flamme

I confess to being a pirate. Since 1979, we have sunk nine outlaw whaling ships and have rammed numerous illegal drift netters and tuna boats.
(…)
It may be argued that our actions are undemocratic (though many of the nations that are signatory to treaties are non-democratic). I feel that our actions are democratic in the extreme, because we represent a far greater constituency. We act on behalf of all other species and on behalf of thousands of unborn human generations. Our great democracies represent only a small planetary minority-people-and only of this generation, and generally excluding children, and, of course, excluding the millions of other species that also are entitled to rights on this planet.

Paul Watson, “SeaShepherd”

hat mich angeregt, aus M.Horx Buch Anleitung zum Zukunftsoptimismus zu zitieren:

Jede Kultur hat ihre heiligen Tiere, in Indien sind die Kühe heilige, in Ökologistan heißen die heiligen Kühe der See eben Wale (der aktuelle Trend geht allerdings mehr in Richtung Knut und Sippschaft).

Horx schreibt dazu treffend: “Was in frühromantischer Zeit das Pferd war – Inbild der Schönheit und des Animalismus – ist heute der Wal. Ein magisches Emblem für Gaia, die Erdgöttin, das sogar singen kann.”

Wenn man zurückblickt, stellt man fest, dass Wale früher ein äußerst wichtiger wirtschaftlicher Faktor waren und bis hinauf über den Polarkreis ganze Populationen ernährt haben. Zu beginn der industriellen Revolution waren sie eine erneuerbare Energiequelle für Tran, Ambra und Öl, somit dienten sie neben der Nahrungsversorgung vor allem der Versorgung mit industriellen Fetten und Lampenöl.

Interessanterweise wurden die Wale aber nicht durch Greenpeace gerettet, sondern durch die Entdeckung des Erdöls! Ja, liebe Ökologisten: nicht ihr habt mit eurem Piratenmut die Wale “gerettet”, sondern euer Todfeind die Erdölindustrie, denn bereits seit 1920 ist der Walfang stark rückläufig. In den letzten 30 Jahren haben sich die meisten Walpopulationen kräftig erholt (mit zwei Ausnahmen: dem Buckelwal und dem Finnwal).

Überdies haben sich inzwischen Zwergwale nach Einschätzung von Meeresökologen zu einer “Meeresplage” erholt. Trotzdem erhebt sich jedes Jahr das Geschrei der Regenbogenpiraten, wenn Japan und Norwegen gerade mal 1300 Wale fangen. Über die Millionen Kühe, die allein in Deutschland letztes Jahr geschlachtet werden, regt sich in Indien (wo das Tier bekanntlich heilig ist), niemand auf. Und kein in Deutschland lebender Inder käme auf die Idee, Ställe, Schlachthöfe oder Fleischerläden mit terroristischen Aktionen zu sabotieren, oder vor Kaufhäusern und in Fußgängerzonen Passanten zur Finanzierung solcher Aktionen anzubetteln…

Ich möchte mit einem Zitat schließen:

“Wale sind Ikonen der Naturreligion, der sich weite Teile Europas verschrieben haben. Und wie in allen Religionen bilden sich früher oder später Dogmen, gegen die zu argumentieren schwere Ketzerei bedeutet.”(M.Horx)

21.2.2008

Gibt es eine Verantwortung gegenüber künftigen Generationen?

» Hintergrundinformation » Autor: Tomislav — Drucken

Ein Diskussionsbeitrag von “Der Phyiker” fand ich sehr interessant und wichtig, so dass ich ihn hier in einem eigenen Thread zur Diskussion stelle.

Ein Gedankenspiel zum Thema „Substituierung”

Was hätten denn nun die Menschen des 17. Jahrhunderts für uns aufgespart, wenn sie an eine solche „Verantwortung für zukünftige Generationen” geglaubt hätten? Vielleicht Kerzenwachs. Sollten wir die Menschen der Zukunft im Dunkeln sitzen lassen, hätten sie gefragt. Woher sollten die Menschen damals vom „Substitut” Glühbirnen wissen? Wäre der Verzicht, den sie übten, gerechtfertigt?

Nun haben neuere Verfechter der „Nachhaltigkeit” versucht, ihre Theorien zu retten, ohne in den Fehler zu fallen, Substituierungsprozesse zu leugnen. Immer noch von recht willkürlich gesetzten normativen Prämissen über die „Verantwortung für zukünftige Generationen” ausgehend versuchen sie sicherzustellen – wie es in einen ökonomischen Lexikon heißt -, daß „nicht erneuerbare Ressourcen wie Mineralien oder Erdöl nur in dem Maße ausgebeutet werden, wie Ersatz beispielsweise durch erneuerbare Alternativen, geschaffen wird.”

Das klingt nach einem sehr rational formulierten Prinzip, ist es aber bei näherem Hinsehen nicht. Alleine die Nutzungsbeschränkung bei den nicht erneuerbaren Ressourcen, kann theoretisch so kapitalkonsumierende Nebeneffekte hervorbringen, daß dadurch gerade die Entwicklung von Substituten behindert wird. Außerdem besteht die Gefahr, daß angesichts der Komplexität von ökonomischen und ökologischen Systemen die Substituierungsprozesse nicht wirklich durch die Politik erfaßt werden. Für das Bestehen der Marktwirtschaft als effizienter Wirtschaftsform und – vor allem – für die naturrechtliche und vertragstheoretische Begründung intergenerationeller Gerechtigkeit spielt dies sowieso eine geringere Rolle als man gemeinhin erwartet. Selbst auf nichtsubstituierbare und endliche Güter (die eigentlich es allerdings im Bereich von Ressourcen kaum gibt! Allenfalls einzigartige Kulturgüter – etwa das Original Mona Lisa – könnten als „unerneuerbar” und „endlich” definiert werden) kann eine künftige Generation keinen Anspruch geltend machen. Warum sollte uns der Genuß verwehrt bleiben? Was berechtigt die zukünftigen Generationen zu mehr Freude als sie uns zusteht? Abgesehen davon hätte diese zukünftige Generation nichts von ihrem „Besitz”, da sie ja wiederum eine „soziale” oder „ökologische” Verantwortung für die übernächste Generation hätte, ebenso wie diese gegenüber der überübernächsten. Die „umverteilende” Gerechtigkeittheorie gegenüber zukünftigen Generation führt in den unendlichen logischen Regreß.

[...]

Der Wunsch, den Nachkommen etwas zu hinterlassen, entstammt der Sphäre der Kleingruppe, deren Mitglieder ihre konkreten Bedürfnisse kennen. Hier erfüllt er eine sinnvolle Funktion zur Stabilisierung ökonomischer Strukturen. Er gehört zu den tragenden Säulen unserer Kultur. Wahrscheinlich verdankt die „ökologische” Agitation ihre Anziehungskraft dem Appell an diesen tief verwurzelten Kulturwert intergenerationeller Solidarität. Allerdings begeht sie dabei eine unzulässige Übertragung einer persönlichen Solidarität in den Bereich des überpersönlichen Politischen. Damit werden die zuvor kontrollierbaren Umverteilungsentscheidungen der persönlichen Eigenverantwortung entzogen und politischer Willkür ausgeliefert. Vielleicht haben wir es hier mit einer neuen chiliastischen Heilslehre zu tun, die (wie zuvor der Marxismus) von der heutigen Generation harte Opfer erzwingen will, um so die vage Utopie eines künftigen Paradieses auf Erden zu realisieren. Dagegen wäre höchste Vorsicht geboten.

Zitiert aus “Gibt es eine Verantwortung gegenüber künftigen Generationen?” von Detmar Doering. Der sehr lesenswerte, vollständige Text ist hier erhältlich:

http://www.ef-magazin.de/ef8-doering.pdf

Des Weiteren empfiehlt Der Physiker weiterhin Texte von Wilfred Beckermann, seines Zeichens Ökonomieprofessor aus Oxford und Berater der britischen Regierung in Umweltfragen (bis 1999, der Mann ist unterdessen Pensionär). Interessant ist auf jeden Fall “Ein Mangel an Vernunft: Nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftswachstum”, kann man als Buch kaufen.

18.2.2008

Philosophie der Freiheit

» Hintergrundinformation » Autor: Tomislav — Drucken

Etwas Off-Topic, aber dennoch irgendwie passend, ein Film über die Philosophie der Freiheit (leider nur in Englisch verfügbar).

17.2.2008

Sich selbst in die Kollekte greifen

» Klimawandel » Autor: Tomislav — Drucken

Hans-Werner Sinn in einem FOCUS-Interview über den Schlußverkaufeffekt beim Erdöl und den Selbstbetrug des klimapolitischen Vorreiters:

Umweltschutz finde ich richtig und wichtig. Die EU-Politik kann aber nicht funktionieren, solange andere Länder nicht mitmachen. Den Ausstoß an Kohlendioxid nur in Europa zu drosseln, heißt, weniger fossile Brennstoffe auf den Weltmärkten zu kaufen. Das drückt den Weltmarktpreis und ermöglicht es den Amerikanern, noch mehr Geländewagen zu fahren. Und es subventioniert den chinesischen Aufschwung, der ebenfalls sehr umweltbelastend ist. Kurzum: Die anderen Länder verbrauchen das, was wir einsparen, und jagen es in die Luft.

Viele Menschen denken, bei der europäischen Vorreiterrolle im Umweltschutz sei es ähnlich wie bei einer Kollekte in der Kirche. Wir geben etwas in den Klingelbeutel rein, auch wenn wir wissen, dass andere nichts geben. Aber so ist es nicht. Was wir reingeben, holt der Nächste wieder raus. Der Nettoeffekt ist null.

Eigentlich fassen wir uns selbst in die Kollekte, denn was hierzulande seit Jahren wie eine Einsparung von Treibhausgasemissionen aussieht ist nicht viel mehr als Emissionsexport. Zwar verbucht die Umweltökonomische Gesamtrechnung für das letzte Jahrzehnt inländische Reduktionen von Kohlendioxidemissionen (1995-2004: 912 Mill. t auf 850 Mill. t). Im gleichen Zeitraum verursachte die Herstellung von Konsum-, Investitions- und Exportgütern zusammen einen Anstieg der Emissionen von 1028 Mill. t auf 1037 Mill. t.

Via IUF-Berlin-Blog

Wie wahrscheinlich ist “sehr wahrscheinlich”?

Dem IPCC zufolge ist “der größte Teil des beobachteten Anstiegs der mittleren globalen Temperatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts” sehr wahrscheinlich “durch den beobachteten Anstieg der anthropogenen Treibhausgaskonzentrationen verursacht”.
Den Guidance Notes for Lead Authors of the IPCC Fourth Assessment Report on Addressing Uncertainties entnehmen wir, dass “very likely” einer Wahrscheinlichkeit von >90% entspricht.

Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognosen des IPCC falsch sind, lediglich 10% sind.

Dazu müssten wir zunächst einmal die “Power”, also die Aussagekraft der Prognosen kennen. Eine Quelle für die “Güte” der Prognosen des IPCC ist publiziert: Die Analyse von Scott Armstrong and Kesten C. Green: Global Warming: Scientific Forecasts or Forecasts by Scientists? (und am 13 Sept. 2007 vor dem US Kongress vorgetragen worden).

Von 140 so genannten “forecasting principles” konnten im 4AR ganze 89 bewertet werden, davon wurden 72 Prinzipien verletzt (wohl gemerkt, Prinzipien die erfüllt sein müssten, um überhaupt brauchbare Prognosen abgeben zu können). Das bedeutet also, dass lediglich 12% der Voraussetzungen für aussagekräftige Prognosen erfüllt sind. Betrachten wir lediglich die Relation zwischen verletzten und erfüllten Voraussetzungen der Prognosewissenschaften, so erhöht sich diese Relation auf gerade mal 19%.

In der Wissenschaftstheorie gilt es als Daumenregel, dass lediglich 10% aller Ideen “gute Ideen” (oder wirklich neue Erkenntnisse) sind. Dies deckt sich in etwa mit der Relation der im 4AR erfüllten Vorhersageprinzipien (12,1%). Um die Irrtumswahrscheinlichkeit berechnen zu können, muss man sowohl die “Häufigkeit guter Ideen” (12,1%) berücksichtigen, als auch die Aussagekraft dieser Ideen kennen. Die “Power” wissenschaftlicher Untersuchungen wird in der Regel mit 80% angenommen.

Berechnet man die Irrtumswahrscheinlichkeit auf dieser Basis (12,%-80-”sehr wahrscheinlich”), so kommt man zu einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 47%. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognosen des IPCC im 4AR zutreffen, bestenfalls fifty-fifty stehen.

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass gerade mal 17 von 89 Vorhersageprinzipien nicht verletzt worden sind, reduziert sich die Aussagekraft der Prognosen auf knapp 19,1%. Die Irrtumswahrscheinlichkeit auf dieser Basis (12,1-19,1-90) steigt auf beachtliche 79%. Dabei haben wir lediglich die prognosewissenschaftlichen Aspekte berücksichtigt, auf die Zuverlässigkeit der verwendeten Daten und Methoden sind wir noch gar nicht eingegangen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die “sehr wahrscheinlichen” Prognosen des IPCC falsch sind, liegt also bei 79%,
die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eintreffen werden, bei 21%.

Nicht wirklich “sehr wahrscheinlich”.

15.2.2008

Neue Deutsche Buchausgaben

Das Buch von Nigel Calder und Henrik Svensmark “The Chilling Stars – A New Theory of Climate Change” ” ist einerseits in einer (überarbeiteten und leicht erweiterten) 2. Auflage unter dem Titel “”The Chilling Stars – A Cosmic View of Climate Change” auf englisch erschienen (ISBN  978-1840468663), anderseits gibt es nun auch eine deutsche Ausgabe:

Nigel Calder, Henrik Svensmark, “Sterne steuern unser Klima. Eine neue Theorie zur Erderwärmung”,
280 Seiten, Patmos Verlag, ISBN-13: 978-3491360129

Ebenso kürzlich erschienen ist die deutsche Ausgabe von Bjørn Lomborgs Buch “Cool It!”:

Bjørn Lomborg, “Cool it! Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten.”
272 Seiten, Deutsche Verlags-Anstalt DVA, ISBN-13: 978-3421043535

Den Unkenrufen der Prediger zu Kyoto sei gleich mal prophylaktisch begegnet: Ja, ich kenne die Lomborg-Kritiker Site. Und ja: ich sehe die “Entlastungen” von Gores Werken dort ebenso skeptisch, wie die i-Tüpfel-Reitereien in Bezug auf Loborgs Buch (mein Scoreboard sieht deutlich anders aus). Vorallem geht das ganze an Lomborgs Botschaft vorbei: Das Geld, das im Rahmen des Kyoto-Kults völlig unsinnig ausgegeben wird (Maßnahmen, die genau nichts verhindern, sondern lediglich marginal aufschiebende Wirkungen eines postulierten Effekts haben, erachte ich als unwirksam), wäre anderwärtig deutlich nachhaltiger für wesentlich sinnvollere Maßnahmen (die reale und nachweisbare kurz- mittel- und langfristige (Aus)wirkungen haben) zu investieren.

14.2.2008

Neue (Zivilisations)Krankheit: GWSS (Global Warming Stress Syndrome)

Der Statistiker William M. Briggs schreibt in seinem Blog einen exzellenten Artikel über die neue Zivilisationskrankheit Global Warming Stress Syndrome:

Dem klinischen Psychologen Dr. Ron N. Hyde vom McKitrick Center zufolge soll sich das “GWISS” beunruhigend ausbreiten. So sind die öffentlich bekannt gewordenen Fälle seit letztem April mit über 32% dramatisch angestiegen (das Doppelte des Vorjahres).

Das Globale-Erwärmung Stress-Syndrom war zunächst nur unter Wissenschaftern verbreitet gewesen, trat aber Mitte der 90er Jahre erstmals auch in der Öffentlichkeit in Erscheinung, zunächst vorrangig bei leichtgläubigen und leicht zu beeinflussenden Menschen, insbesondere bei Stars und Celebrities (wie beispielsweise der Sänger Bono oder der Schauspieler Leonardo diCaprio – Anm. des Autors) und habe sich vor allem über die Medien und weitere infizierte Berühmtheiten verbreitet. Seit kurzem sei das Syndrom auch immer häufiger unter Politikern anzutreffen.

Die Symptome beschreibt Professor Hyde wie folgt:

Betroffene Patienten leiden häufig unter der fixen (Wahn-)Vorstellung, dass die Menschheit für jegliche negative Entwicklung verantwortlich sei, weiters leiden sie unter zwanghaftem Händeringen, Durchfall, suchtartigem Internet-Verhalten, wie dem Lurken in Diskussionforen nach neuen Beweisen, dem Schreiben von Kommentaren, wie “Es ist ein Konsens!” – “Es gibt einen Konsens!” und dem Sendungsbewusstsein, Foren oder Online-Enzyklopädien nach Ungläubigen (so genannten Skeptikern) zu durchsuchen, die es zu bekehren gelte. Begleitet werden diese Symptome vom irrationalen Verlangen nach der Messung des persönlichen “Carbon Footprints” und des zwanghaften Handelns mit Emissionszertifikaten.
Das beunruhigendste Symptom sei jedoch der Drang, in der Öffentlichkeit idiotische Kommentare abzugeben, welche die Globale Erwärmung für nahezu jedes x-beliebige Ereignis verantwortlich macht.

Die Epidemiologie dieser neuen Öko-Seuche deckt sich perfekt mit dem, was Horx in seinem Buch über den Alarmismus schreibt (hierzu zitiere ich mich mal selbst aus der Wikipedia):

GWSS auslösende Ängste entstehen aus einer bestimmten Interpretation von Gefahrenmomenten, die durchaus reale Ursprünge (oder Teilaspekte) aufweisen kann. Diese Gefahren werden jedoch symbolisch überhöht und auf ein vereinfachtes, katastrophales Modell reduziert.

Eine alarmistische Epidemie verläuft immer nach dem gleichen Muster:

  1. Inkubation
  2. Fieberphase
  3. Ritualphase
  4. Abklingphase

Die Rolle des Vektors, also des Überträgers der Zukunftsängste erfüllen grundsätzlich die Medien, da sich Sensationen und Katastrophen deutlich besser verkaufen lassen, als alltägliche, unbedeutende Ereignisse.

Alarmismus ist grundsätzlich kein neues gesellschaftliches Phänomen, historische Belege für hysterische Angstepidemien sind aus der gesamten Geschichte der Menschheit belegt. Dem Publizist Friedrich Sieburg zufolge basiert das katastrophische Lebensgefühl auf einem psychologischen “Angstlust”-Efekt:

Die Weltuntergangsstimmung durch scharfe Analysen ins allgemeine Bewusstsein zu heben und sie gleichzeitig auch noch zu genießen, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Menschen von Heute … Der Alltag mit seinen tristen Problemen ist langweilig. Aber die bevorstehenden Katastrophen sind hochinteressant. Niemand soll uns um unsere Krise bringen! Wir haben ein Recht auf Sie! Aber daß mir niemand zum jüngsten Gericht zu spät kommt!”

Beispiele für Alarmismus sind unter anderem der Medienrummel um das Waldsterben, das generelle DDT-Verbot, die Kampagne von Greenpeace gegen die Versenkung der Ölplattform Brent Spar, oder Horrorszenarien wie der Begriff Klimakatastrophe in Zusammenhang mit der Globalen Erwärmung.

Als aktuellste Beispiele für Fälle von akutem GWSS fürt Professor Hyde den bekannten Jäger des Monsters von Loch Ness, Robert Hines, an der kürzlich verlautbart hat, Nessie wäre an der Globalen Erwärmung zugrunde gegangen, oder der New Yorker Bürgermeister Mike Bloomberg, der einen Zusammenhang zwischen der Globalen Erwärmung und dem Terrorismus postulierte.

Professor Hyde zufolge leide Bloomberg unter allen klassischen Symptomen, Bloomberg habe zwar nicht explizit gesagt, man solle alle töten, die exorbitante Mengen an Kohlenstoffdioxid ausatmen, aber er implizierte es in seiner Rede vor den Vereinten Nationen. Ein weiteres Indiz wäre die Anwesenheit der Schauspielerin Daryl Hannah und des Gründers der Virgin Atlantic Airways, Richard Branson. Der direkte Kontakt zwischen und mit Berühmtheiten diene als Vektor der Krankheit, die inzwischen epidemische Ausmaße annehme. Bisher gebe es kein Heilmittel gegen dieses Syndrom.

Dies deckt sich auch mit Abschnitten des Buches von Horx, in dem er ein sozio-kulturelles Phänomen skizzierte, immer neue Krankheiten zu postulieren, welche zwar therapiert werden müssten, aber nicht geheilt werden könnten (z.B. ADHS).

Weitere bekannte Beispiele für typische Auswüchse des alarmistischen Syndoms sind in der epidemiologischen Studie des britischen Forschers Professor John Brignell der Universität Southampton angeführt.

Jüngsten Erkenntnissen zufolge sind auch immer mehr Studenten von dem Syndrom betroffen, dies betrifft primär Studenten von geisteswissenschaftlichen Fakultäten (insbesondere Politikwissenschaften) da hier der direkte Bezug zu den Naturwissenschaften und ein gesundes Verständnis für Technik fehle (so ein nicht näher genannter Wissenschafter einer renommierten deutschsprachigen Universität).

12.2.2008

FGE-Kolloquium

» Energie, Klimawandel » Autor: Tomislav — Drucken

An der RWTH werden von der Forschungsgemeinschaft Energie während der Vorlesungsmonate jedes Semesters kompetente Fachleute eingeladen, über aktuelle technische Entwicklungen, aber auch über gesellschaftspolitische Themen zu berichten. Anbei ein paar sehr interessante Vorträge (insbesondere auch wegen den Quellenangaben):

Dr.-Ing. Manfred Kehr
Leiter Kraftwerksplanung und -genehmigung, RWE Power AG, Essen

Aktuelle Rahmenbedingungen für den Kraftwerksneubau

  • Politisches und Regulatorisches Umfeld für die Stromerzeugung
  • Energiemix heute und morgen
  • Anforderungen an die Kraftwerkstechnik
  • Marktentwicklung auf der Lieferantenseite
  • Konsequenzen für die Ausbaustrategie

Dr.-Ing. Leonhard Birnbaum
Director, McKinsey & Company Inc., Düsseldorf

Integrated Energy Perspective in a Climate Action Environment

  • Änderung der Rahmenbedingungen durch Klimaschutzpolitik
  • Massive politische und regulatorische Eingriffe auf der Angebots- und Nachfrageseite
  • Szenarien und Entwicklungspfade für den europäischen Markt
  • Diskussion der Herausforderungen in der Industrie

Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer
Mitglied des Vorstands, EnBW AG, Karlsruhe

Kernenergie international und Perspectiven in Deutschland

  • Kapazitätsbedarf, Ersatzkapazitäten
  • Grundlasterzeugung
  • Klimaschutz, CO2-freie Erzeugung
  • Kostengünstige wettbewerbsfähige Stromerzeugung
  • Versorgungssicherheit

Der Dank für den Tipp geht an Holger.

10.2.2008

Rauchende Kühltürme

» +++ Grüne Watch +++, Kurioses, Ökologisten » Autor: Tomislav — Drucken

Was von den physikalischen/technischen Grundkenntnissen der Grünen in Hamburg zu halten ist (nämlich nichts), zeigt folgendes Wahlkampfplakat:

2008-02-10_kohlevonbeust_550.jpg

Aus einem Kühlturm tritt zu 100% Wasserdampf aus. Auch aus den Kühlturm eines Kohlekraftwerks. Aber irgendwie muss man das böse CO2 ja für den Normalbürger (dummes Stimmvieh) visualisieren, da das aus den Schornsteinen austretende CO2 bei modernen Kraftwerken keine eindrucksvollen Rauchfahnen mehr erzeugt.

Den Euphemismus “neue Energie” werde ich mir bei Gelegenheit mal an einem Wahlkampfstand der Grünen erklären lassen.

6.2.2008

Kassandras kontra Wissenschaft

» Klimawandel, Ökologismus » Autor: Tomislav — Drucken

Björn Schwentker hat in der ZEIT eine scharfe Kritik an den methodisch unhaltbaren Katastrophenprognosen führender Klimawissenschaftler geübt. Man braucht kein Klimaskeptiker zu sein, um zu erkennen, daß Angela Merkels Klimaberater Hans-Joachim Schellnhuber und dessen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) langsam aber sicher ihren Ruf verspielen. [ hier weiter lesen... ]

Via Die Achse des Guten

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