30.9.2005

US-Senats-Hearing zu politischem Einfluss in Forschung und Wissenschaft

Dr. Michael Crichton, Autor von “Welt in Angst”, sowie eine Vielzahl namhafter Wissenschaftler hatten die Möglichkeit vor dem US-Senatskomitte “Environment and Public Work” an ein Hearing zu dem Einfluss der Politik in Forschung und Wissenschaft am 28. September Stellung zu nehmen. Das komlette Hearing kann man sich [hier] über Real-Stream (englisch, Real Media Player benötigt) ansehen, was ich nur empfehlen kann.

Insbesondere die Diskussion um die sog. “Hockeyschlägerkurve” nimmt einen großen Teil in dem Hearing ein. Während auf der einen Seite die Skeptiker die wissenschaftlichen Methoden und den Einfluß des IPCC (politisches Gremium der UNO) in der Klimaforschung kritisieren, beruften sich die Verteidiger des anthropogenen Klimawandels auf wissenschaftlichen Konsens, wobei sie geflissentlich übersehen, dass ein Konsens noch lange keinen wissenschaftlichen Beweis darstellt. Bar jeglicher wissenschaftlicher Argumente diffamierten sie die Skeptiker als von der Ölindustrie finanziert, politisch motiviert oder schlicht als unqualifiziert. Hier trat die Senatorin von New York, Hillary Clinton, besonders hervor, indem sie der aktuellen Regierung eine Politik der Missinformation vorwarf, womit impizit John Barton vom US-Repräsentantenhaus mit seinen Briefen an Dr. Mann gemeint sein durfte.

Ein Highlight des Hearings war definitiv der Auftritt von Dr. Gray, Leiter des Tropical Meteorology Project der Universität Colorado. Er hat in recht farbiger Weise erläutert, dass der parallele Verlauf von zwei Kurven über 30 Jahre, CO2 und Temperatur, noch keinen Beweis darüber liefert, ob eine Kurve durch die andere beeinflußt wird oder nicht. Schließlich korreliere die Anzahl der Sonnenflecken pro Jahr mit der Anzahl der Republikaner im Kongress und keiner wolle wohl ernsthaft behaupten, dass es da einen Zusammenhang gäbe. Des weiteren könnte er Klimamodellen nicht vertrauen, die nicht einmal im Stande sind eine verläßliche Vorhersage von 6-9 Monaten zu machen. Wieso sollten gerade diese Klimamodelle verlässliche Vorhersagen für die nächsten 50 bis 100 Jahre liefern können?

Ein weiteres Beispiel dafür, wenn politische Entscheidungen ohne wissenschaftliche Grundlagen getroffen werden, war die Verbannung von DDT. Bis heute konnte DDT keine krebseregende, östrogene oder genverändernde Wirkung nachgewiesen werden. Die einzige Wirkung die man DDT zuordnen kann ist, dass die Substanz wirksam bei der Bekämpfung von Malaria ist. Um sich die klar zu werden, welche Gefahr Malaria darstellt, muss man sich nur vor Augen führen, dass in Uganda jährlich ebensoviele Menschen (70.000) an Malaria sterben, wie an AIDS. Etwa zwei Millionen Menschen, 90% davon in Afrika, sterben jedes Jahr an Malaria, 300 bis 500 Millionen Menschen infizieren sich jährlich neu. Jedes zwanzigste afrikanische Kind stirbt an Malaria und viele der Überlebenden erleiden irreversible Hirnschäden (Quelle: Wikipedia). Man kann behaupten, dass die Entscheidung DDT zu verbannen eine der schwerwiegendsten politischen Fehlentscheidung der jüngsten Geschichte ist, gemessen an den Todesopfern.

Das Hearing zeigte, dass politische Entscheidungen wohl überlegt und auf wissenschaftlicher Grundlage statt finden sollten. Das Pochen auf wissenschaftlichen Konsens bedeutet den Status Quo festzuschreiben. Wo wären wir heute, wenn es nicht Forscher gegeben hätte, die gegen den wissenschaftlichen Konsens aufbegehrt haben? Wahrscheinlich würden wir dann heute noch annehmen, dass sich die Sonne um die Erde dreht…

Link:

  • A hearing to discuss the role of science in environmental policy making. US Senate Commitee on Environment and Public Work, 28. September 2005
  • 15 Antworten zu “US-Senats-Hearing zu politischem Einfluss in Forschung und Wissenschaft”

    1. Wolfgang Flamme Says:

      Also ‘empfehlen’ …?

      Sicher nicht. Das ist über weite Strecken eine traurige Vorstellung – und zwar beider Seiten. Als hätte sich so gut wie niemand vorbereitet.

    2. Matthias Kestenholz Says:

      Vieles wovon Mr. Crichton wurde schon auf mehreren Webseiten demontiert, als letztes auch in http://www.realclimate.org/index.php?p=188

      Mir ist nicht ganz klar, warum die Leute einem Science _Fiction_ Autor mehr Glauben schenken als einem grossen Teil der Wissenschaftlergemeinde ( siehe die Assessment Reports des IPCC http://www.ipcc.ch/ ). Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir viel lieber weiterhin die Umwelt belasten und Energie verschwenden anstatt auf eine nachhaltige Lebensweise umzustellen welche nicht mal eine Einschränkung der Lebensqualität bedeuten würde (siehe 2000-Watt-Gesellschaft, Minergie-Bauweise usw)

    3. Tomislav Says:

      Realclimate.org ist die Seite der Forscher um Dr. Mann, welcher der Urheber der sog. “Hockeyschlägerkurve” ist. Glauben Sie wirklich ernsthaft daran, dass die sich freiwillig ein Loch ins Knie bohren würden?

      Was Dr. Crichton betrifft: ja, es stimmt. Er ist kein Klimaforscher. Was Dr. Crichton kritisiert ist das Fehlen unabhängiger Studien in der Klimaforschung. Dafür braucht man keinen akademischen Grad, sondern nur etwas gesunden Memschenverstand.

      Unabhängige Verifikation von Studien gehört in der Forschung normalerweise zum guten Ton, um zu vermeiden, dass eine Gruppe von Forschern Ergebnisse in gewünschte Richtungen lenken kann (z.B. Doppel-Blind-Verifikation in der Medizin). Warum unterließ das IPCC eine unabhängige Untersuchung der “Hockeyschlägerkurve”? Warum wurde anderen Forschern der Zugang zu den Daten verwehrt?

      Außerdem geht es in der Forschung nicht um Glauben und schon gar nicht darum jemandem Glauben zu schenken, nur weil die Mehrzahl der Forscher einer bestimmten Meinung sind. Forschung ist nicht demokratisch. Die Meinung der Mehrheit der Forscher zählt nichts, wenn sie allesamt daneben liegen.

      Ich wundere mich immer wieder, wie Forscher sich ernsthaft auf einen “wissenschaftlichen Konsens” berufen und damit ihre Unkenntnis untermauern (sonst bräuchte man keinen Konsens, da man Wissen hätte) um im nächsten Atemzug dem Menschen die alleinige Schuld am Klimawandel zu geben.

    4. Michael Graf Says:

      Klimamodelle, welche eine Vorhersage auf 6 bis 9 Monate hinaus machen, wird es nie geben und kann es nicht geben! Dies als Argument gegen die Modelle zu verwenden zeugt von Inkompetenz und ist schlicht und einfach Humbug. Schliesslich versteht man unter Klima, den gemittelten Zustand der Erdatmosphäre über eine gewissen Zeitspanne. Meist redet man von 30 Jahren. Klimamodelle sind also nicht darauf ausgelegt eine Prognose zu machen, welche die Witterung oder gar das Wetter in 6 Monaten vorhersagt.

      Ich kann also nicht vorhersagen, ob der nächste Winter schneereich sein wird oder zu warm. Das muss man aber auch nicht mit einem Klimamodell, denn es geht ausschliesslich darum den gemittelten Zustand der Erdatmosphäre in der Zukunft vorherzusagen und das kriegt man bereits erstaunlich gut hin.

    5. Tomislav Says:

      Man versteht unter dem Klima den gemittelten Zustands des Wetters(!) über 30 Jahre und nicht den der Erdatmosphäre. Daher spricht man auch von Klimaten, da es für jede Region ein eigenes Klima gibt, welches natürlich vom regionalen Wetter abhängt.

      Wenn nun ein kommender Winter kälter als sonst wird, dann spielt das sehr wohl in das Klima hinein, da der Wert Grundlage für die Berechnung des Klimas der letzten 30 Jahre wird. Wenn jemand also nicht fähig ist, dass Wetter für die nächsten paar Jahre hinreichend genau vorherzusagen — und damit meine ich nicht Vorhersagen der Art, dass es z.B. am 15. August 2008 regnet bei 20°C — wie soll dieser hinreichend genaue Vorhersagen für 50 bis 100 Jahre machen können? Frei nach Dr. Gray: “They have no damn skills”.

      Wie das Klima in der Zukunft wird, weiß also keiner. Warum Sie nun glauben, dass die Forscher die Vorhersagen bereits “erstaunlich gut” hinkriegen, finde ich wiederum erstaunlich, da dieselben Forscher noch nichteinmal imstande sind, sich über den Temperaturverlauf der letzten 1000 Jahre zu einigen.

      Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Prognosen keine Fakten sind, auch wenn manche noch so fest daran glauben.

    6. Wolfgang Flamme Says:

      Erstmal zur Klimadefinition: Die 30 Jahre sind ein völlig willkürlich festgelegter Wert, aus der Kaiserzeit noch, glaube ich. Und um dessen Bart will ich hier nicht streiten. Klar ist allerdings, daß eine solche Definition problematisch ist, wenn sie Zeiträume umfaßt, die sich in ähnlichen Größen bewegen wie die gesicherten Daten. Dann besteht zB die Gefahr, daß man als Trend mißdeutet und extrapoliert, was in Wirklichkeit nur Teil eines längeren Zyklus ist.

      Zur Klimamodellierung:
      Einerseits ist es richtig, daß es sich nicht um eine Fortschreibung des Wettergeschehens und anschließende Mittelwertbildung handelt – auch wenn die Wurzeln der Klimamodelle im Wetter-Number-Crunching liegen. Der generelle globale Klimatrend wird durch die Randbedingungen wie zB Strahlungshaushalt definiert, nicht durch die ‘Mikro’-Verteilung innerhalb des Systems.

      Aber daß man das bereits ‘erstaunlich gut hinkriegt’ ist ein Gerücht. Wieviele Variablen hat ein modernes Klimamodell? Viele Hunderte. Und wieviele davon sind physikalische Grundkonstanten? Die wenigsten. Die meisten kann man nicht theoretisch berechnen, sondern muß sie aus vorhandenen Daten ableiten und das Modell auf diese Weise kalibrieren.

      Eines ist aber doch klar: Wenn ich einen komplexen ‘Kurvengenerator’ mit hunderten von Stellknöpfen habe, dann kann mir dieser praktisch jede gewünschte Kurve produzieren.
      Oder anders: Nehmen wir mal an, ich will ein Polynom durch Stützstellen legen, dann brauche ich für eine Kurve durch 3 Punkte 3 Parameter (y=a*x^2+b*x+c). Mit nur 150 Parametern könnte ich ein Polynom bestimmen, daß exakt(!) den globalen Jahrestemperatur-Mittelwert der letzten 150 Jahre abbildet (wie auch immer man den bestimmen würde). Dennoch würde niemand ernsthaft auf die Idee kommen, das als gutes Klimamodell zu bezeichnen, obwohl es die Vergangenheit exakt reproduzieren kann.
      Und je komplexer die Modelle werden, umso mehr Freiheitsgrade gibt es. In meinem Modell muß ich nur jedes Jahr einen weiteren, verfeinerten Parameter zulassen, um auch die neuesten Ergebnisse 100%ig exakt fortschreiben zu können.

      Nach den angeführten Kriterien hätte ich damit ein absolut exaktes – aber höchstwahrscheinlich trotzdem völlig falsches – Klimamodell.

      Wenn ich mir dann noch überlege, daß zur Bestimmung von so zentralen Parametern wie Forcing und Klimasensivität einfach der Zeitraum 1961-1991 rausgegriffen wurde (für 1/3 des Zeitraumes liegen keine flächendeckenden Satellitendaten vor, für die restlichen 2/3 gibt es eine dubiose, willkürliche Mischkalkulation aus Boden- und Satellitendaten, Südhalbkugel und Ozeane sind kaum abgedeckt, die Bodenstationsdaten sind selbst willkürlich korrigiert uvm) und dann extrapoliere ich diese 30 Jahre mal 100 Jahre in die Zukunft mit meinem universellen Kurvengenerator … tut mir leid, das ist nicht exakter als Kaffeesatz-Lesen.

      Soll ich Euch noch was Lustiges erzählen? Ich habe die >6.000 Stationsmeßwerte von der GISS-Seite gecrawlt und in eine Datenbank gestopft. Wollte mal wissen, ob die Trends der letzten hundert Jahre tatsächlich so deutlich zeigen, daß die Erwärmung in den Nordpolargebieten (60-90° nördlicher Breite) deutlich stärker ausfällt als in den gemäßigten Breiten (30-60° n.B.). So sagt es die Treibhaustheorie ja voraus.

      Ergebnis: Nö. Die Temperaturtrends sind fast identisch, sogar im Winterquartal. Nun habe ich bei meiner Plausibilitätsprüfung die Verteilung der Stationen nicht berücksichtigt, nur den Breitengrad. “Aha, dummer Wolfgang!” wird man sagen. Aber ich sehe folgendes: Wenn man die Stationen (immerhin 250 im Nordpolargebiet)schon ganz gezielt platzieren muß, um den prognostizierten fundamentalen physikalischen Effekt sehen zu können, dann ist das Fundament nicht gerade stark.

    7. Michael Graf Says:

      Erstens: Wetter kann man nicht mitteln! Wie will ich Schneefall, Gewitter und Sonnenschein miteinander addieren und dann durch drei teilen? Ich kann nur bestimmte Parameter, welche den Zustand der Erdatmosphäre beschreiben mitteln wie z. B. die Temperatur, den Druck, die Niederschlagsmenge, die Vorticity etc. All diese Parameter sagen mir aber nichts über das tatsächliche Wetter aus. Ausserdem findet Wetter fast ausschliesslich in der Troposphäre statt, der Klimawandel hat aber auch Einfluss auf die Stratosphäre. (Die untere Stratosphäre kühlt sich ab.)

      Zweitens: Ein numerisches Klimamodell lässt man mit vielen verschiedenen Anfangsbedingungen laufen. Man prüft dann, ob es bei stabilen Verhältnissen Ausreisser produziert werden oder nicht. Bleibt das Modell stabil, so ist es tauglich für Klimaprognosen. Es taugt hingegen nicht für Wetterprognosen, da jeder Modelllauf für einen bestimmten Zeitpunkt anderes Wetter berechnet! Auch die Klimaprognosen werden 100te Male laufengelassen bei leicht unterschiedlichen Startbedingungen. So kann es passieren, dass der nächste Winter auch mal zu kalt gerechnet wird. Auf das Endergebnis hat dies aber wenig Einfluss, ausser der zu kalte Winter würde positive Rückkopplungsprozesse initieren. Wesentlich wichtiger sind Einflüsse durch Wolken auf die Strahlungsbilanz oder Verdunstungsprozesse. Die Streuung der verschiedenen Modellläufe nimmt mit der Zeit zu. Daraus kann man schliessen wie gut ein Klimamodell rechnet und wie gross die Unsicherheit der Prognose ist.

      Drittens: Also mir ist sogar der Temperaturverlauf der letzten 10000 Jahre ziemlich genau bekannt. Im römischen Klimaoptimum (vor ca. 2000 Jahren) war es beispielsweise wärmer als heute, allerdings nur minimal. Deutlich wärmer (etwa 0.5°C im globalen Mittel) war es vor 4500 Jahren und vor 7000 Jahren. Die Sahara war damals keine Wüste sondern ein Savanne. Aus dieser Zeit stammen auch die Höhlenmalereien in dieser Region. In diesem Jahrhundert wird die globale Mitteltemperatur um 2 bis 8°C ansteigen. Die Arktis wird während des Sommers komplett eisfrei sein, mit gravierenden Folgen für das Klima. Der grönländische Eisschild wird etwas verzögert abschmelzen, was einen Anstieg des Meeresspiegels um 6 bis 7 m verursachen wird. Dann wird die Antarktis auseinander brechen. Das Klima wird sich mindestens 70000 Jahre nicht mehr auf dem heutigen Temperaturniveau einpendeln, denn das Polareis ist aufgrund der hohen Albedo der wichtigste Stabilisator im Klimasystem.

      Viertens: Das ist mir bestens bekannt! Ein Modell versucht die Realität abzubilden, es ist jedoch nur eine Annäherung an diese. Allerdings muss man sagen, dass die Ergebnisse der Modelle sehr genau mit dem übereinstimmen, was man bereits heute beobachten, z. B. die starke Erwärmung der Pole oder der deutliche Anstieg der Sommertemperatur in Mittel- und Südeuropa. Dank der Modelle versteht man auch, warum das so ist.

    8. Tomislav Says:

      Zu 3.: Sie sprechen von Prognosen als wären sie bereits gesicherte Fakten.

      “Dann wird die Antarktis auseinander brechen.”

      Wie kommen Sie nur zu dieser Annahme? Im Spiegel von heute steht was völlig anderes:

      Wie die Esa berichtete, nahm der Eispanzer am Südpol von 1992 bis 2003 um schätzungsweise 45 Milliarden Tonnen zu.

      In anbetracht der Tatsache, dass die Antarktis mehr als 98% des gesamten Eises der Welt speichert und weiter wächst, sind ihre Prognosen vom Anstieg des Meeresspiegels nich glaubwürdig.

    9. Michael Graf Says:

      Im Bereich der antarktischen Halbinsel hat sich das Klima um 2 bis 3°C erwärmt. Das führt zu einem verstärkten Abschmelzen der Gletscher. 87% der Gletscher in dieser Region ziehen sich zurück.

      Der Eisschild in der Westantarktis liegt auf einem Festlandsockel, der sich unter dem Meeresspiegel befindet. Steigt der Meeresspiegel deutlich an, schwimmt der gesamte Eisschild auf und bricht weg. Der Meeresspiegel würde sehr rasch um 6 bis 7 m ansteigen. Mit dem Abschmelzen des Grönlandeises, welches stellenweise mehrere km dick ist, wären das also 12 bis 14 m. Einige Wissenschaftler rechnen sogar damit, dass der Abbruch der Westantarktis mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% bereits in einigen Jahren stattfinden könnte.

      Das Zentralplateau in der Ostantarktis hat sich kaum erwärmt. Das liegt daran, dass die Ostantarktis beinahe vollständig abgekoppelt vom restlichen Klimasystem ist. Im Hochsommer ist es dort trotz hoher Sonneneinstrahlung kälter als in der Arktis im Hochwinter. Aufgrund der sehr niedrigen Temperaturen ist es durchaus möglich, dass dort Eis akkumuliert wird. Der Cryosat hätte Aufschluss darüber gebracht.

      In der Antarktis liegen ca. 90% des gesamten Eises der Welt. Würde das gesamte Eisvorkommen der Welt schmelzen, hätte dies einen Meeresspiegelanstieg um 60 bis 70 m zur Folge. Das ist jedoch in der näheren Zukunft nicht zu erwarten, denn selbst bei einer sehr starken Erwärmung würden die Temperaturen in der Ostantarktis (ausser direkt an der Küste) kaum über 0°C steigen.

    10. Matthias Kestenholz Says:

      Ein sehr wichtiger Punkt zur Klimaforschung: Die Ergebnisse, welche sich auf die letzten Jahrzehnte beziehen stehen und fallen _nicht_ mit der Rekonstruktion von Michael Mann. Diese Rekonstruktion ist (war, seit der Arbeit von Anders Moberg, 2005) nur insofern interessant, als dass sie die Variabilität des Klimas in den letzten tausend Jahren aufzuzeigen versucht hat.

      Der Zusammenhang zwischen der messbaren Erwärmung und dem durch die Menschen verursachten Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentrationen ist klar und von vielen verschiedenen Studien überprüft worden – und das ist der einzig wichtige Punkt. Dieser Punkt alleine reicht, um ein schnelles Handeln zu begründen.

    11. Tomislav Says:

      Da muss ich widersprechen. Der Zusammenhang zwischen einer Erwärmung und dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird meiner Meinung nach zu voreilig hergestellt. Zwei über drei Jahrzehnte parallel verlaufende Kurven weisen eine Korrelation auf, beweisen allerdings gar nichts.

      Korrelation ist kein Beweis.
      Bekanntestes triviales Beispiel ist die gleichzeitige Abnahme der Storchpopulation wie auch der Geburtenrate beim Menschen. Dies ist mit Sicherheit kein Beweis für die Theorie, dass der Storch die Kinder bringt. Aber auf diesem Niveau wird der anthropogene Klimawandel propagiert, nur weil zwei Kurven über einen kurzen Zeitraum parallel verlaufen.

    12. Michael Graf Says:

      Es ist allerdings bewiesen, dass CO2 ein Treibhausgas ist und dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung zunimmt. CO2 absorbiert Infrarotstrahlung in verschiedenen Wellenlängenbereichen. Deswegen ist der Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Temperatur plausibel. Man kann das also nicht mit einer Scheinkorrelation vergleichen. Würde man weltweit kleine Regionen unabhängig voneinander betrachten (die nicht nach irgendeinem Kriterium ausgewählt worden sind, z. B Stadt und Land) und dann den korrelativen Zusammenhang zwischen Storchenpopulation und Geburtenrate berechnen, würde man mit Sicherheit keine Korrelation erhalten. Man hat meines Wissens in diesem Fall nur Deutschland betrachtet. Mit partieller Korrelationsanalyse findet man heraus, dass die Geburtenrate und die Storchenpopulation mit der Bevölkerungsdichte bzw. dem Industrialisierungsgrad korreliert ist. Deswegen korreliert die Geburtenrate mit der Storchenpopulation. Mit was sonst soll der jetzige Temperaturanstieg korrelieren, wenn es nicht die Solarkonstante ist? Ausser Treibhausgase kommt nichts in Frage.

    13. Tomislav Says:

      Aus phyikalischer Sicht ist es unbestritten, dass CO2 Strahlung bestimmter Wellenbereiche absorbiert und damit Einfluß auf das Klima hat. Das bestreitet hier auch niemand. Die Frage ist, wie groß der Einfluß des CO2 erglichen mit anderen Verursachern auf das Klima ist, z.B. Wasserdampf und dem wesentlichsten Einfluß überhaupt, der Sonne.

      Es gibt eine Vielzahl möglicher Einflußfaktoren auf das Klima, z.B.:
      - Änderung der Solarkonstanten
      - Änderungen des Magnetfelds der Sonne
      - Änderung de Intensität der kosmischen Strahlung
      - Vulkanausbrüche
      - Heat Islands, wie Mega-Städte

      Ich finde es daher immer befremdlich, dass Klimaforscher alle anderen möglichen Einflußfaktoren einfach beseite wischen und nur den Klimawandel aufgrund anthropogenem CO2 propagieren. Es ist doch unumstritten, dass es in der Erdgeschichte schon deutlich wärmer (+6°C) und deutlich kälter war. Es ist auch unumstritten, dass der Mensch keinen Einfluß auf diese Klimwandel haben konnte, da er zu den Zeitpunkten in seiner heutigen Erscheinng gar nicht existierte. Somit stellt sich doch die berechtigte Frage, inwieweit der Mensch überhaupt einen Einfluß auf das Klima haben kann.

    14. Liberale Stimme Online :: Politischer Einfluss :: September :: 2005 Says:

      [...] Ökologismus.de analysiert ein US-Senatshearing zur Wissenschaftspolitik: Politischer Einfluss [...]

    15. Armin Stoffel Says:

      Seitdem die Angst über die Erderwärmung erfolgreich
      geschürt wurde sind tausende hochbezahlte “Experten”
      mit großzügigen Forschungsmitteln ausgestattet worden.
      Übrigens größtenteils “Experten” der selben Institute
      die Ende der Siebziger nach einigen etwas kälteren
      Jahren eine drohende Eiszeit prognostiziert hatten.
      Noch vor 20-30 Jahren sollte es zu kalt werden – jetzt soll es zu warm werden!?
      Von den “Experten” eine Aussage zu erwarten, daß ja
      dann jetzt das Klima ganz ok ist wäre ja sicher zu viel verlangt, man schickt sich ja ungern selbst in
      die Arbeitslosigkeit.
      Auch im Hinblick auf die Zukunft meiner Kinder gehe
      ich davn aus, daß sich hier der weise Spruch bewahrheitet:
      Experten sind diejenigen, die nachher erklären können, warum ihre Prognose nicht gestimmt hat!