Neues Buch: Die Wahrheit über Bio-Lebensmittel
Oder: Bio-Wahn – noch verrückter als Klimawahn?
Selbst die Mainstream-Medien – das sind die mit den sinkenden Quoten – verkneifen sich bei längeren Beiträgen zum Klima selten den Verweis auf die “Skeptiker”. Dagegen hat man noch nie etwas von Bio-(Lebensmittel-)Skeptikern gehört. Der US-Biologe und Ernährungswissenschaftler Alex A. Avery ist ein solcher. So ähnlich wie die Hype der Klimaalarmisten den Skeptikern geht Avery die Hype der Biokost-Gurus auf den Senkel.
Irgendwann muß er mal über die Passage gestolpert sein, in der der Ober-Anthroposoph Rudolf Steiner rät, den Nährwert der Feldfrüchte durch das Eingraben eines mit Kuhmist gefüllten Kuhhorns an einer bestimmten Ecke des Feldes zu steigern: “Sehen Sie, dadurch, daß wir nun das Kuhhorn mit seinem Mistinhalt eingegraben haben, dadurch konservieren wir im Kuhhorn drinnen die Kräfte, die das Kuhhorn gewohnt war, in der Kuh selber auszuüben, nämlich rückzustrahlen dasjenige, was Belebendes und Astralisches ist. Dadurch, daß das Kuhhorn äußerlich von der Erde umgeben ist, strahlen alle Strahlen in seine innere Höhlung hinein, die im Sinne der Ätherisierung und Astralisierung gehen. Und es wird der Mistinhalt des Kuhhorns mit diesen Kräften, die nun dadurch alles heranziehen aus der umliegenden Erde, was belebend und ätherisch ist, …”
Der dafür erforderliche Kuhmist sei unbedingt mit der Hand umzurühren: “Man wird dazu kommen, daß man das einfach an Sonntagen zum Nachtisch machen wird. Dann wird schon einfach dadurch, wenn man viele Gäste einzuladen hat, und das an Sonntagen macht, und die nötige Unterhaltung dabei hat, das Allerschönste dabei erreicht werden ohne Maschinen”, so Steiner weiter.
Schnee von Gestern? Mitnichten! Noch heute ist “Demeter” eine Marke, unter der Tausende nach anthroposophischen Prinzipien „biologisch-dynamisch“ hergestellte Produkte, neben Lebensmitteln auch Kosmetika und weitere Artikel, verkauft werden. Die ideologische Grundlage der biologisch-dynamischen Produktion ist nach wie vor Steiners Gedankenwelt. Ratschläge wie die Steiners brachten Avery dazu, sich hinzusetzen und für den Durchschnittkonsumenten aufzuschreiben, was bei Essen und Trinken wirklich Sache ist. Daß sich die von der Szene behaupteten Nährwert- und Gesundheitsvorteile bei näherem Hinsehen stets als Wunschdenken herausstellen, kann er unter Heranziehung neuester wissenschaftlicher Studien überzeugend belegen.
Darüber hinaus dürfte nur wenigen klar sein, daß zwischen “biologisch-dynamischer” und “ökologischer Landwirtschaft” nach EU-Recht ein großer Unterschied besteht. Doch auch bei den Kunden der Öko-Bauern ist vieles nicht viel mehr als ein frommer Wunsch – weswegen sich Avery auch mit den Bio-Bauern ausgiebig befaßt hat.
Ob zum Beispiel ein Pestizid “ökologisch” und damit für Öko-Bauern zulässig ist oder nicht entscheidet der Gesetzgeber. Bio-Produkte sind also keineswegs pestizidfrei. Zitat Avery: “Obwohl Biobauern Nikotinsulfat seit den Anfängen der Biobewegung einsetzten, war es plötzlich eine synthetische Verbindung, die nicht länger erlaubt war. Zudem läßt das NOSB” – die Behörde, die über die US-Biostandards entscheidet – “weiterhin die Nutzung von Kupfersulfat zu, eine andere Schwefelverbindung.”
Zur Untermauerung seiner Thesen kann der Autor Studien zitieren, in denen man die Negativ-Effekte sogenannter Öko-Pestizide protokolliert hat. Allerdings schränkt er gleich wieder ein, daß es auf die Dosis ankommt, daß also sowohl von den Restmengen konventioneller als auch ökologischer Pestizide meist keine Gefahr für die Konsumenten ausgehen. Allerdings: Werde auf Pestizid-Einsatz verzichtet, steige das Risiko von Verseuchungen durch gefährliche Mikroben. Diese, etwa der Steinbrand, seien ebenfalls hochgradig gefährlich.
Ein weiterer interessanter Themenkomplex befaßt sich mit Landwirtschaftspolitik. So zitiert Avery eine dänische Studie, die sich mit der theoretisch möglichen vollständigen Umstellung der dänischen Landwirtschaft auf ökologische Methoden befaßt hat. Ergebnis: Die Belastungen für die Umwelt und die Menschen wären verheerend, denn man bräuchte zum Düngen so viel Mist, daß nicht mehr viel Platz für Feldfrüchte bliebe, die dann aber wegen der Güllebelastung vielleicht kaum noch wachsen würden.
Dazu komme, daß die Menschheit laut UNO vor der Aufgabe stehe, zukünftig 10 Milliarden Mägen zu füllen. Was mit Bio-Methoden unmöglich sei, wäre jedoch nach Überzeugung Averys kein Problem, wenn man sich endlich auf die Chancen gentechnischer Züchtungsverfahren besinnen würde. Dann könne man u. a. mit dem Landbau in trockenen oder anderen bisher unfruchtbaren Randgebieten beginnen.
Die wirkliche Gefahr gehe daher nicht von Überbevölkerung, sondern von grünen Traumtänzern aus, die anderen von ihrem klimatisierten Büro aus ihre romantische und daher falsche Vision einer von mittelgroßen Höfen geprägten altmodischen Landwirtschaft aufzwingen wollten. Solche Höfe könnten bestenfalls im Hochpreissegment und bei speziellen Erzeugnissen eine Nische finden, nicht jedoch die Megastädte der Zukunft versorgen.
Zum Schluß noch ein Zitat aus Averys im Buch verarbeiteter Sammlung trauriger Schicksale von Biokost-Gurus der Vergangenheit: “Adelle Davis: Davis war Autorin von Let‘s Eat Right (deutsch: Jeder kann gesund sein – fit und vital durch richtige Ernährung (1974). Die englische Version verkaufte sich mehr als 10 Millionen Mal, die deutsche etwa 80.000 Mal) und zahlreicher weiterer Bestseller der 60er und 70er Jahre mit der Botschaft Gesundheit durch Diät. Davis pflegte zu sagen, daß sie nie jemanden an Krebs sterben sah, der täglich ein viertel Liter Milch trinkt. Im Alter von 70 Jahren – etliche Jahre vor dem amerikanischen Durchschnitt – starb sie 1974 an Krebs.”
Und noch etwas: Alex Avery geht es keineswegs darum, uns vom Einkauf im Bio-Laden an der Ecke abzubringen: “Ökologisch erzeugte Lebensmittel können besser sein. Daran besteht kein Zweifel. Um ehrlich zu sein, kaufen meine Frau und ich gelegentlich selbst einige ökologische Lebensmittel. Beispielsweise kaufen wir regelmäßig ökologisches Brot in unserem örtlichen Lebensmittelladen. Wenn wir Freunde oder Familie zu einem besonderen Essen einladen, ist es das, was wir servieren. Warum? Einfach, weil es das beste Brot in dem Geschäft ist.”
Diese Ehrlichkeit, Hunderte interessante Ernährungsfakten, die m. W. so noch nirgendwo aufgeschrieben worden sind, und die wissenschaftliche Skepsis des Autors gegenüber Gurus und Aktivisten machen das Buch zur Pflichtlektüre für all jene, die sich fragen, was hinter den vollmundigen Werbeaussagen der Bio-Branche steckt.
Alex Avery: Die Wahrheit über Bio-Lebensmittel.
Dt. Erstauflage. Aus dem Amerikanischen.
ISBN 978-3-940431-01-1. TvR Medienverlag Jena 2008. Zahlr. Abb. 256 S. 24,50 Euro.
Bestellung überall im Buchhandel oder info@tvrgroup.de.




April 12th, 2008 at 18:54
Ein sehr interessantes und faktenreiches Buch, das mit vielen Märchen über Bio-Kost aufräumt.
Wer sich noch nicht allzusehr mit dieser Materie auseinandergesetzt hat, sollte vieleicht zur Einführung zuerst folgendes Buch lesen :
Maxeiner & Miersch: Biokost & Ökokult, Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt, Piper verlag, München, 2008.
Sehr gut gegliedert und angenehm lesbar werden hier alle Bereiche dieser Problematik vorurteilsfrei diskutiert.
April 12th, 2008 at 20:46
Der Vollmond wurde dabei aber als wichtiger Faktor, wenn nicht der Faktor überhaupt, vergessen.
;.]
April 12th, 2008 at 20:53
Paßt zwar nicht direkt, aber:
http://www.allgemeine-zeitung.de/wirtschaft/objekt.php3?artikel_id=3237344
April 12th, 2008 at 20:55
http://www.allgemeine-zeitung.de/politik/objekt.php3?artikel_id=3237854
April 12th, 2008 at 21:41
#2 Krishnag
Jeder sollte sich mal der Tortur unterziehen einen der fast 360 Bände der R.Steiner Ausgabe zu lesen. Speziell die 8 Vorträge zur Landwirtschaft sind ein “Hochgenuss”.
Die Leute gucken mich immer seltsam an, wenn ich ihnen den Demeter-Appetit verderbe, in dem ich solche kuhmistigen Weltanschauungen zu Besten gebe.
April 12th, 2008 at 21:48
#4 Krishnag
Aber, aber, wir haben doch von “Chlorodingsbums” gelernt, daß diese armen Schlucker nur ihr Fleisch mit dem Mehl panieren wollen um am westlichen Wohlstand teilzunehmen. Hätten sie nicht so einen pösen Fleischhunger würden sie nicht plündern.
April 12th, 2008 at 22:39
@Bibliothekat #6
Meinst Du den rostigen Ami ?
Solln sie doch Fleischhunger haben, sollen sie auch essen, ich bin der letzte der es ihnen verweigert.
Man soll ihnen aber die Chance lassen, sich ihr Fleich selbst zu züchten, aufzuziehen etc.
April 12th, 2008 at 23:26
Bio-Wahn – noch verrückter als Klimawahn?
Diese Frage ist schwer zu beantworten.
Ist schon ein paar Tage her, da hab ich diese kurze Buchbesprechung gelesen. Einen Seitenhieb in Richtung Lobbyismus und “Klimaschutz” den Autor betreffend konnte sich der Verfasser natürlich nicht verkneifen. Kurzer Auszug aus dem Ende des Artikels:
Aber die Eingangsfrage ist durchaus berechtigt.
Nachdem durch omnipräsentes Marketing die Nachfrage nach “Öko”-Produkten in der letzter Zeit so sprunghaft gestiegen ist, sei man ja inzwischen gezwungen, diese Nachfrage mittels Importe selbst aus fernen Ländern zu decken.
Wat denn nu? frag ich dann: Aus “Klimaschutz”-Gründen bitte keine Fernreisen zu Urlaubszwecken mehr, aber zur Deckung des Bedarfs an “bio-dynamisch” hergestellten “gesunden” Nahrungsmitteln ist es wieder erlaubt?
Ich unterstelle mal, dass die Urheber beider Schwachsinnstheorien aus ein und derselben grünen Ecke stammen. Dann wäre doch nur noch die Schlussfolgerung logisch, diesen Leuten den Arzt zu schicken, der weiß, wo die nächste Klappse ist.
April 13th, 2008 at 06:29
#8 Wasser-Ossi
Ergänzend hierzu:
http://blog.handelsblatt.de/klima/eintrag.php?id=63
April 13th, 2008 at 07:18
Bist aber schon früh auf den Beinen, Bibliothekar!
Muss erst mal Kaffee ansetzen.
April 13th, 2008 at 07:39
#10
„Sachsen-Anhalt. Wir stehen früher auf.“
April 13th, 2008 at 07:49
Bio-Lebensmittel sind keinesfalls automatisch ökologisch verträglicher, resourcenschonender, gesünder oder geschmacklich hochwertiger. Letzteres mag vielleicht bei Rind- und Schweinefleisch zutreffend sein.
In erster Linie ist “BIO” ein ideologisches Produkt, das dem Karma der Produzenten und Konsumenten zum Aufschwung verhilft.
Immer wieder gemachte Vergleiche mit den Fehlern der konventionellen Landwirtschaft der 50iger und 60iger Jahre sind der Sache nicht dienlich.
April 13th, 2008 at 08:00
@Bibliothekar
Es geschieht doch immer häufiger, dass sich unsere Weltenretter gegenseitig widersprechen.
Beispiele gefällig?
“Bio”-Kraftstoffe zur Rettung des Klimas, aber bitte dann nicht aus Grundnahrungsmitteln! (Wer will denn schon am Elend der Leute Mitschuld tragen, die wir ja durch unseren CO2-Vermeidungswahn doch eigentlich retten wollen?)
Oder andere “renewable” Energieträger: Wind, Sonne, Wasserkraft, hurra! Aber bitte keine pösen Überlandleitungen! Ach so, und das Wattenmeer soll ja auch vor Off-Shore-Anlagen geschützt werden. Und den riesigen Eingriff in die “natürliche” Natur beim Bau solcher Anlagen will man selbstverständlich auch nicht.
Schluss jetzt, ich bring mich sonst selbst wieder in Rage.
Meine ketzerische Meinung dazu: All diese gequirlte Sch…. haben wir dem Fakt zu verdanken, dass im Gegensatz zur Ökologie der Ökologismus eigentlich keine wissenschaftliche, sondern eher nur eine mystische Basis hat. Reduziert auf die Aussage: Natur gut, Mensch schlecht!
Und solche Typen wollen die Welt retten! ich lach mich kaputt.
April 13th, 2008 at 08:16
@Bibliothekar
Ich dachte immer, du wärst Sachse. Warscheinlich, weil ich bei deinem Nick als Erstes an die Deutsche Bücherei in Leipzig denken musste.
Hab eben im Videotext über die Unruhen wegen explodierender Lebensmittelpreise in Haiti und Bangladesh gelesen.
Sarkasmus an:
Na dann brauchen wir Bangladesh wenigstens nicht mehr vor dem steigenden Meeresspiegel zu retten. Schließlich sind die Einwohner durch die weltweiten Bemühungen zu ihrer Rettung verhungert!
Sarkasmus aus.
Grüße aus einer ehemals preussischen Exklave in Anhalt!
April 13th, 2008 at 08:37
#14 Wasser-Ossi
Mich beunruhigen die Unruhen wegen gestiegener Lebensmittelpreise sehr. Die Lage ist tatsächlich sehr explosiv und wahrscheinlich gefährlicher als man uns jetzt offiziell berichtet.
In Leipzig verdiene ich blos mein Geld in der Uni-Bibliothek, das ich dann im wirklich allerunterstem und letzten Zipfel des Burgenlandkreises ausgeben kann.
April 13th, 2008 at 10:07
@Bibliothekar
Schon Klasse wie der hier versammelte ostdeutschen Mittelstand ploetzlich ihre Sorgen fuer den Rest der Welt entdeckt. Sonst geht er ihnen ja immer am Arsch vorbei aber jetzt ist es irgendwie echt beunruhigend was in Bangladesch (noch son Land wo man nie Urlaub machen kann, also ab zum Baltikum) abgeht. Als wenn das taegliche Verrecken weltweit hier irgendwen auch nur einmal bei der Verdauung gestoert haette. Jetzt aber ist der Biosprit (von dem ich keine Ahnung habe und also keine Meinung) ein Grund total beunruhigt zu sein. Sicher doch.
Sagen wir’s mal anders: Dir ist keine Leiche elend genug, um damit nicht ein paar rhetorische Puenktchen einfahren zu koennen.
April 13th, 2008 at 10:24
@planck #16
Halt’s mit Dieter Nuhr, insbesondere 2. Halbsatz, der mit” einfach mal..” anfängt.
April 13th, 2008 at 10:31
Bio – Nahrung kann in Ordnung sein, in dem Moment man sie beim Bauern “um die Ecke” kaufen kann.
Bio- / Ökonahrung, die wegen des Transports um die halbe Welt unreif geerntet werden muß und hier bei uns u.U künstlich nachreifen muß, kann nie gesund sein, weil wichtige Vitamine nicht vorhanden sind.
Künstliche Reife kann nie ein Ersatz für natürliche Reife sein. Da kann der Kram noch so ökologisch angebaut sein – das ist wurscht.
April 13th, 2008 at 11:05
#planck
Das es Scheuklappen gibt ist mir bekannt, daß es auch Menschen gibt, die mit den Dingern rumlaufen bekomme ich auch reichlich zu spüren, aber jemanden wie Dich, der Ganzkörperscheuklappen trägt, ist mir bisher wirklich noch nicht untergekommen.
Ist das nicht langsam peinlich ?
April 13th, 2008 at 11:21
#16 Planck
Finde ich nett, daß mir unsere Hochleistungswissenschaft ein paar Aufmerksamkeitspünktchen gönnt.
Das Beispiel “Pfarrer Neuschäfer” ist ja so symptomatisch für den gesamten Osten…
http://www.otz.de/otz/otz.homepage3_140477.php
http://www.blauenarzisse.de/v2/index.php?option=com_content&task=view&id=401&Itemid=32
Naja, so sind wir Ossis halt geworden – Nazis und Rassisten, wegen des pfeifferschen Zwangstopfens in der sozialistischen Kindergrippe.
April 13th, 2008 at 11:28
@Bibliothekar
Ich wuerde mir zumindest eher ne Hand abhacken, bevor ich mit meiner Frau und meinen Kindern dahin ziehen wuerde.
April 13th, 2008 at 11:36
# 21 Planck
Deine Arroganz wäre hier auch nicht willkommen.
April 13th, 2008 at 11:37
@Bibliothekar #21
Womit wir wieder vom Thema abgebracht wurden.
April 13th, 2008 at 11:40
@Bibliothekar #22 natürlich
@planck 21
Sei sicher, planck, im Westen wärst auch nicht willkommen…
April 13th, 2008 at 11:47
@planck
Lebst Du da in Frankreich in so einem abgschlossen, von “schwazen Scherifs” bewachten, umzäunten Areal ?
April 13th, 2008 at 11:47
@planck #?(irgendein “Beitrag” abseits deiner sog. Wissenschaft)
Willst du aus Frankreich weg? Da kann dich wohl auch keiner mehr leiden?
Auf solche Pappnasen wie dich können wir getrost verzichten.
Deine selektive Wahrnehmung ist ja mittlerweile bekannt, aber verschone diesen Blog mit deinem “grunzdaemlichen” Geschwätz!
April 14th, 2008 at 07:27
Vieleicht gelingt der Einstieg in Disskussion ja wieder über die EU-Kriterien zum Bio-Siegel.
Aber – viele der heute verwendeten Pflanzen sind das Ergebnis von Mutationszüchtungen durch radioaktive Bestrahlung.
Aber – Durch Züchtung jeglicher Art gibt es eigentlich keine gentechnisch veränderten Organismen mehr in der Landwirtschaft.
Aber – Diese synthetischen Mittel wirken gezielt, zum richtigen Zeitpunkt und in der Dosis genau dem Bedarf der Pflanze angepasst
Aber – Der Pflanze ist es egal, ob der Dünger aus organischem oder nichtorganischem Material stammt. So oder so muß der Stoff ohnehin zur Aufnahme mineralisiert werden.
Aber – Hoher Flächenbedarf und zum Beispiel bei der Geflügel-Freilandhaltung ökologisch katastrophal für den Boden durch Überdüngung mit Fäkalien.
Aber – Längere Mastzeiten und dadurch erhöhter Futterbedarf, der sich auch auf die benötigte Nutzfläche niederschlägt. Das Produkt ist hier allerdings qualitativ hochwertiger.
Generell ist die Frage zu stellen, ob die Produktion von BIO-Produkten in der Landwirtschaft die Welternährungsprobleme lösen könnte – Ich denke eher nicht.
April 14th, 2008 at 08:49
Das fand ich am besten.
Dann kann es also keinen “Bio-Blumenkohl” bzw “Bio-Brokoli” geben. Sowas kommt ja in der natur gar nicht vor
April 14th, 2008 at 09:04
@Bibliothekar (1): Der Hinweis auf das wenig später als das Avery-Buch erschienene Buch der Kollegen Maxeiner und Miersch ist etwas irritierend. Die beiden Kollegen haben sich nach eigenem Eingeständnis ausgiebig der amerikanischen Originalausgabe des Avery-Buches bedient. Nur dort finden sich detaillierte Literatur- und Zahlenangaben. Maxeiner/Miersch verzichten darauf vollständig. Ihr Buch ist deswegen und wegen defr gewählten Interviewform zwar viel leichter lesbar als das Avery-Buch, kann dieses aber keinesfalls ersetzen.
April 14th, 2008 at 11:15
#29 Edsches
Von Ersatz war nie die Rede. Wer noch nicht viel weiß über dieses Thema, sollte nur in der Reihenfolge Maxeiner/Miersch und dann das wesentlich wertvollere Buch von Avery lesen. In meiner Familie und im Bekanntenkreis kamen Einige mit der Fakten-Fülle im Avery Buch nicht so gut klar, da sie keinerlei Vorkenntnisse hatten.
#28 unentschieden
Das ist ja das Hauptproblem bei BIO. Die konventionellen Agrarprodukte sind ja noch nicht aus Kunststoff.
Der BIO-Apfel unterscheidet sich bei Sortengleichheit nicht vom konventionellen Apfel. Der normale und durchdachte Einsatz von chemischen Hilfsmittel führt auch nicht zu einer höheren Toxizität oberhalb der gültigen Grenzwerte.
Nur beim Fleisch sind Qualitätsunterschiede nachweisbar.
Bei den aktuellen Erhährungsproblemen auf der Welt ist die Frage der Effektivität entscheidend. Und hier liegt die konventionelle Landwirtschaft klar vorn.
April 14th, 2008 at 11:23
#27 Bibliothekar
Es liegt mir fern, den sog. Ökologischen Land bau schlecht zu reden. Aber wir sollten doch bedenken, dass die vornehmlichte Aufgabe der Landwirtschaft darin besteht die Bevölkerung zu ernähren und nicht irgendwelchen Ökofuzis ihre esoterischen Gelüste zu befriedigen.
Gesunde Nahrungsmittel, in ausreichender Menge und zu einem für Jedermann erschwinglichen Preis, sollten die Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Agrarpolitik sein. Da ist kein Platz für spinnerte Spirenzchen a la Höhnische Bärbel und Künast Renatchen.
Da kommt dann so was bei raus:
Diese ganze Biohype erinnert doch stark an die Klimaschutz- und Weltretterhysterie.
Was tatsächlich an dem ganzen Biogequatsche a la Ökolutscher(Biolek) dran ist, ist hier ganz gut beschrieben.
April 14th, 2008 at 13:28
@Bibliothekar: Ich habe neulich für die Chemische Rundschau die folgende Besprechung gemacht:
Ist „Bio“ wirklich besser?
Bio-Lebensmittel sind „in“. Selbst bei großen Discounter-Ketten wie „Lidl“ oder „ALDI“ gibt es inzwischen ein reichhaltiges Sortiment an Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau. Bei Früchten wie Bananen oder Zitronen haben die Kunden oft gar keine andere Wahl mehr, als zu deutlich teurer Öko-Ware zu greifen. Solange man für sein Geld eine überzeugende Qualität bekommt, ist das kein grundsätzliches Problem. Sind Bio-Produkte aber im Hinblick auf den Geschmack, den Nährwert und ihren Gehalt an Giftrückständen wirklich durchgängig besser? Dieser Frage geht der US-Biochemiker Alex A. Avery in einem gut dokumentierten Sachbuch nach, das in den USA zum Bestseller wurde. Der Jenaer Kleinverlag Thuss & van Riesen hat das Buch jetzt ins Deutsche übersetzen lassen. Das lag insofern nahe, als darin auch die Wurzeln und die Praxis des Öko-Landbaus in deutschsprachigen Ländern eine bedeutende Rolle spielen. Dabei wurden leider einige Flüchtigkeitsfehler übersehen.
Wie sein Vater Dennis T. Avery, der früher als Agarexperte in Leitungsfunktionen verschiedener US-Ministerien tätig war, arbeitet Alex Avery heute für das New Yorker Hudson-Institut, eine bedeutende technikoptimistische Denkfabrik. Alex Avery, der mit seiner Familie nicht in der Großstadt, sondern in einem Agrarbezirk des US-Bundesstaates Virginia lebt, bevorzugt selbst in manchen Fällen Bio-Ware. Er stört sich jedoch daran, dass sich viele Anhänger der Öko-Landbaus nicht als normale Wettbewerber der mit chemischer Hilfe arbeitenden Bauern verstehen, sondern als Erleuchtete, die glauben, ihre Lehre der ganzen Welt als einzig selig machend vorschreiben zu können.
Alle Schulen des „organischen“ Landbaus berufen sich direkt oder indirekt auf den österreichischen Mystiker Rudolf Steiner (1861 bis 1925). Dieser wollte nicht wahrhaben, dass die Entdeckung der Harnstoffsynthese durch Friedrich Wöhler und der Ammoniaksynthese durch Fritz Haber und Carl Bosch dem von Goethe vertretenen Vitalismus, d.h. der Auffassung, der Stoffwechsel in Organismen bedürfe einer besonderen Lebenskraft, endgültig den Boden entzogen hatte. Steiner und seine Nachfolger behaupteten, synthetische Stickstoffquellen seien nur ein schlechter Ersatz für natürlichen Kuhdung und führten zu minderwertigen Lebensmitteln. Der Kuhmist hingegen enthalte Astral-Energie, die die Kuh mithilfe ihrer Hörner aus dem Kosmos empfange.
Avery weist demgegenüber darauf hin, dass Pflanzen Stickstoff grundsätzlich nur in Form anorganischer Ionen aufnehmen können. Organisch gebundener Stickstoff muss erst von Mikroorganismen des Bodens „verdaut“ werden und steht dementsprechend Kulturpflanzen nur eingeschränkt zur Verfügung. Das sei der Hauptgrund für die durchwegs geringeren Erträge der Bio-Bauern im Vergleich zu Wettbewerbern, die Kunstdünger einsetzen. Verfechter des Öko-Landbaus geben das im Allgemeinen auch zu, behaupten aber, ihre schlechter gedüngten Pflanzen seien gesünder für die Menschen.
Auch dafür, so Avery, fehlt jeglicher Beweis. Nachgewiesen ist hingegen, dass Pflanzen aus Mist oder Jauche potenziell gefährliche Bakterien wie Campylobacter aufnehmen, die in ihren Leitgefäßen lange überleben können. Beim Verzehr von Rohkost stellen diese ein ernstes Infektionsrisiko dar. Die US-Gesundheitsbehörden schätzen die Zahl der jährlichen Campylobacter-Infektionen auf fast zwei Millionen. Noch unklarer sei die Beweislage bei Pestizidrückständen, betont Avery. Leider glaubten viele Verbraucher das Märchen, in Öko-Betrieben werde nicht gespritzt. Wer auch nur ein wenig von Landwirtschaft versteht, weiß jedoch, dass das nicht stimmen kann. Vielmehr erweist sich die Vorbeugung und Bekämpfung massenhaften Schädlingsbefalls als Sisyphus-Arbeit, unter der so gut wie alle Landwirte unabhängig von den Landbaumethoden, die sie anwenden, stöhnen. Leider, schreibt Avery, gebe es aber für die meisten der im Öko-Anbau zugelassenen Spritzmittel bis zum heutigen Tage keine schnellen und preiswerten Nachweismethoden. Folglich scheuten die Kontrollbehörden bei Bio-Ware oft den Aufwand und konzentrierten sich auf den Nachweis synthetischer Spritzmittel.
Hier mit zweierlei Maß zu messen, verbiete sich aber schon deshalb, weil etliche der im Öko-Anbau zugelassenen Präparate alles andere als harmlos sind. So ist das im ökologischen Weinbau in größeren Mengen für die Bekämpfung des Mehltaus eingesetzte Kupfersulfat (Bouillie bordelaise) bis zu 1.000 Prozent giftiger als das im Öko-Anbau bislang nicht erlaubte synthetische, aber biologisch abbaubare Fungizid Thiabenzadol. Kupfersulfat verursacht bei Winzern schwere Leberschäden und reichert sich unter den Weinstöcken über die Jahre so stark an, dass schließlich ein kompletter Bodenaustausch erforderlich wird. Das im Bio-Landbau für die Bekämpfung von Schadinsekten eingesetzte Pyrethrum, ein Extrakt von afrikanischen Chrysanthemen, wurde von der US-Umweltbehörde EPA nicht nur als starkes Nervengift, sondern auch als „wahrscheinlich für Menschen krebserregend“ eingestuft. Seine Prüfung auf Gen- und Fortpflanzungstoxizität steht noch aus. Bis vor wenigen Jahren durften Öko-Bauern auch noch Nikotinsulfat einsetzen, das 40-mal giftiger ist als das bei uns schon vor Jahrzehnten verbotene DDT. Sind in Bio-Lebensmitteln keine Pestizidrückstände nachgewiesen, heißt das also noch lange nicht, dass sie unbelastet sind.
Alex Avery beschäftigt sich auch mit der Angst der Europäer vor Hormonrückständen in Rindfleisch, die schon beinahe zu einem Handelskrieg zwischen der EU und den USA geführt hätte. Im Unterschied zu Europa arbeiten amerikanische Farmer bei der Rindermast aus verschiedenen Gründen überwiegend mit kastrierten Tieren (Stieren). Da diese wegen der nachlassenden Sexualhormonproduktion zu unerwünschtem Fettansatz neigen, versieht man ihre Ohren mit einem Hormonimplantat. Beim Schlachten werden diese Ohren entsorgt. Das vermarktete amerikanische Rindfleisch enthält im Schnitt deutlich weniger Sexualhormone als europäisches Rindfleisch, da dieses überwiegend von Bullen in den besten Mannesjahren stammt. Es ist nicht bekannt, dass das Fleisch hormonbehandelter Tiere irgendwo zur Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit geführt hat. Gut dokumentiert ist hingegen, dass Jungen Brüste wuchsen, deren Haut mit ökologischem Lavendel- oder Teebaumöl eingeschmiert worden war.
Schließlich weist Avery auf den enormen Flächenbedarf der Öko-Landwirtschaft hin. Stickstoffmangel wird dort zum Dauerproblem. Viele Öko-Bauern kaufen Kuhdung von konventionell, d.h. mithilfe von Kunstdünger arbeitenden Betrieben. Wer es sich leisten kann, benutzt einen größeren Teil seines Bodens für den Anbau Luftstickstoff fixierender Leguminosen als Grün-Dung. Daher eigne sich der Öko-Anbau nur für die Versorgung von Marktnischen, sei aber in einer Welt mit einer weiter wachsenden Bevölkerung nicht verallgemeinerbar. Dann müsste die ganze Erde unter den Pflug genommen werden und es blieben kaum noch Lebensräume für die wilde Flora und Fauna. Gerade aus Gründen des Naturschutzes müsse die Intensivierung der Landwirtschaft fortschreiten. Große Chancen für die kostengünstige Herstellung gleichzeitig umweltschonender und gesundheitsfördernder Lebensmittel böten Bio- und Gentechnik.
Schade, dass dieser kompetente Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Ladwirtschaft nicht in einem größeren Verlag erschienen ist. Jedenfalls verdient es größere Aufmerksamkeit. Denn im Unterschied zur amerikanischen befindet sich die europäische Debatte zu diesem Thema in einer Sackgasse, aus der bislang niemand einen Ausweg kennt.
Edgar Gärtner
Alex A. Avery: Die Wahrheit über Bio-Lebensmittel. Verlag Thuss & van Riesen, Jena 2008. € 24,50. ISBN 978-3-940431-01-1
Sie zeigt dass auch ich “Bio” nicht verteufle. Aber ich wünsche mir, Bio-Produkte ständen in einem fairen Wettbewerb mit “konventionellen”. Ich kaufe auch selbst hin und wieder Bio – mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen: Neulich gab es bei Aldi nur Bio-Zitronen. Ich brauche sie für meine nachmittägliche Tea Time. Doch oh Graus: Da kamen mehr Kerne als Saft raus. Eine bessere Erfahrung habe ich mit “Best Alliance”-Erdbeeren aus dem spanischen Coto Donana, einem bedrohten Feuchtgebiet, gemacht, für das ich mich früher selber mal engagiert habe. Der WWF Vermarktet diese Erdbeeren in Zusammenarbeit mit der Rewe-Gruppe. Obwohl ich auf meinen früheren Arbeitgeber nicht gut zu sprechen bin, schmecken sie mir gut.
April 14th, 2008 at 16:30
#32 Edsches
Vielen Dank für deine gelungene Besprechung. Zur Chemischen Rundschau hätte ich sicher kaum gegriffen.
April 14th, 2008 at 18:41
Hallo Leute
Ich hab da mal einen Vorschlag, wie man hier die Nachfrage bei Bio- und Ökoprodukten befriedigen kann.
1—In den armen Ländern werden planmäßig Gemüse und Früchte „ökologisch“ angebaut.
Da in diesen Regionen die Bauern ohnehin kein Geld für chemische Dünger, Pestizide und Herbizide haben, entsprechen die Produkte dann automatisch den Anbauvorschriften für den „Ökolandbau“
2—Die geernteten Produkte werden gezählt, gewogen und das Ergebnis wird an ein noch zu gründendes „Öko-Zertifikat und Siegelbewahrungs-Institut (ÖZSI)“ gemeldet.
3—Das ÖZSI versteigert entsprechen der gemeldeten Menge der Produkte die Zertifikate und Siegel an den interessierten Bio/Ökohandel.
4—Der Bio/Ökohandel verkauft die gleiche Menge und Art einheimischer Produkte, jetzt allerdings mit Siegel und Zertifikat veredelt, an die gutmenschliche Öko- und Biogemeinde.
5—Der Erlös aus der Versteigerung dient zum Ankauf neuen Saatguts für die Erzeuger in den armen Ländern.
6—Wenn dann noch die Mehrwertsteuer berücksichtigt wird, hat auch der Finanzminister seine Freude.
7—Evtl. sind noch Provisionen und Schutzgelder für gewisse NGOs zu berücksichtigen.
8—Das Ganze ist auch noch „klimaschützend“, weil keine zusätzlichen klimaschädliche Transporte mit entsprechender CO2-Emission erforderlich sind.
So kann man 2 Bedürfnisse auf einen Schlag befriedigen.
Da die in den armen Ländern erzeugten Produkte die Erzeugerländer nicht verlassen, kann die dortige Bevölkerung ihren Hunger mit ökologisch einwandfreien Produkten stillen und unsere grünbewegten Fantasten können ruhigen Gewissens wie bisher ihre Bio/Öko-Produkte genießen.(zyn aus)
Da das gleiche ja bereits mit dem Ökostrom erfolgreich praktiziert wird, sollte es doch möglich sein die entsprechende EU-Richtlinie etwas zu erweitern.
Wie heißt es doch so schön: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch“.
April 14th, 2008 at 20:58
#8 Wasser-Ossi
Wenn CFACT “solche” Bücher unterstützt, müssen das ja die Guten sein und Greenpeace hätte Unrecht. Hilfe!
Da pinkelt jemand an unser Weltbild!
Sarkasmus Ende.
Für mich sind diese Verschwörungstheorien nur ein Beleg dafür, daß man sich weigert, inhaltlich zu argumentieren. Da sach ich mit Adorno nur “Es gibt kein wahres Leben im falschen.” und erinnere daran, daß so was schnell beim Psycho-Doktor enden kann.
Nebenbei bemerkt, zeigt sich gerade bei der Biotreibstoff-Nahrungsmittel-Debatte, daß sämtliche Befürchtungen aus dem schon 2002/2003 entstandenen Buch “Öko-Imperialismus”, ebenfalls von CFACT unterstützt und hier ausgiebig diskutiert, mehr als berechtigt sind.
Auch mußte ich bei den Bildern aus Haiti an Lomborg und den Kopenhagen-Konsens denken. Der hat nichts mit CFACT zu tun (aber mit der großen neoliberalen Weltverschwörung), kann aber rechnen und meinte, man solle das Geld für was besseres als für Klimaschutz ausgeben, zB für den Kampf gegen den Hunger.
Es gab übrigens mal eine Aktion, bei der sog. Gen-Food (normale Cornflakes etc. aus US-Supermärkten) in mexikanischen Slums verteilt wurde. Anwesende “grüne” Protestierer wurden ausgelacht. Mal sehen, was passiert, wenn sich eine von diesen NGO-Herrschaften in Haiti sehen läßt. Meine These: Auf Haiti ist z. Z. nur wenigen zum Lachen zumute, die hätten auch gern ein paar Cornflakes zum Frühstück.
April 14th, 2008 at 21:21
Der Malthusianismus hat in letzter Zeit wieder viele neue Freunde gefunden. Woher sonst das ständige Gejammer über die zunehmende Bevölkerungsexplosion gegen die man um des Klimas Willen etwas unternehmen muß.
Quelle:
http://lexikon.meyers.de/meyers/Malthusianismus
April 15th, 2008 at 19:08
Kehret um! Zurück zur “natürlichen Bewirtschaftung”!
Ich werde das Gefühl nicht los, dass man da einen Holzweg präferiert. Irgendwas ist komisch an diesem Beitrag:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,547590,00.html
Oder habe ich da was falsch verstanden?
April 15th, 2008 at 19:29
@calimero #37
Mann o Mann! Was hast du denn da ausgegraben?
Zitat Bildunterschrift:
Aber auch das:
Und immerhin auch das:
Dann aber wieder das:
Komisch an diesm Artikel ist nach meinem Verständis, das einerseits Widersprüche erkannt werden, aber die gezogenen Schlussfolgerungen überhaupt nicht geeignet erscheint, irgendein Ernährungsproblem zu lösen.
Kann aber sein, dass ich das genauso falsch verstehe.
April 15th, 2008 at 19:55
Jupp, das verwirrt mich ja auch ein wenig. Dass es besser ist, wenn Bauer A. in B. seine Kunden im Umkreis von B. findet, sofern seine Produktion keine industriellen Ausmaße annimmt, finde ich vollkommen okay. Da sollten auch keine “geförderten” Überschüsse oder Dumping-Importe “seinen” Markt kaputtmachen. Da lebt man halt miteinander und muss sich ergänzen. Gute Sache das.
Aber, wie sollen denn bitte die urbanen Gebiete von Kleinbauern versorgt werden? Da wird doch wieder die romantische Sichtweise des “Bauern auf seiner Scholle” bedient, der im Einklang mit der Natur lebt.
Da beisst sich doch aber etwas ganz gewaltig. Um eine Zwei-Millionen-Stadt zu versorgen braucht es mehr. als einen agrarischen Ring, von dem aus die Bauern jeden Morgen auf Pferdefuhrwerken gen Marktplatz fahren.
Wie auch in anderen Bereichen … Kleinwirtschaft ist ineffizient. Entweder man möchte sich “das gönnen”, oder die ökonomische Struktur des Gebietes kommt dem entgegen.
Um irgendwelchen Unterstellungen gleich entgegen zu wirken: Ich bin absolut gegen die Überflutung regionaler, agrarisch geprägter Märkte durch subventionierte Lebensmittel-Überschüsse. Wo die regionale Landwirtschaft ihre Kunden versorgen kann, soll sie es tun. Das ist sogar sehr zu begrüßen.
Aber eine weltweite Abkehr von der industriellen Landwirtschaft ist, in Anbetracht der Bevölkerungsdichte in Ballungszentren, absolut illusorisch.
Gruß, Calimero
April 15th, 2008 at 20:18
Bin erst mal etwas skeptisch gegenüber diesem Gremium, da wir ja mit dem im letzten Satz erwähnten so einige Probleme haben.
April 15th, 2008 at 20:47
Für die Interessierten hir die homepage der IAASTD
http://www.agassessment.org/